TSV Neckarau trauert um Rolf Scheringer

Nachruf für Rolf Scheringer

Der TSV Neckarau nimmt Abschied vom Ehrenmitglied und lieben Freund Rolf Scheringer, der uns nach langer, geduldig ertragener Krankheit nun für immer verlassen hat.

Rolf Scheringer trat 1962 in den Verein ein. Seine fußballerische Laufbahn hatte er damals in der Jungliga beim VFL Neckarau begonnen, bevor er als laufstarker und geschickter Verteidiger zur zweiten Mannschaft der TuS stieß.

Bis Mitte der Neunziger war Rolf als Spieler aktiv und so mancher Gegenspieler musste sich über die Ausdauer und Erfahrung des vermeintlich älteren Herrn in der Verteidigung wundern. Rolf war bei seinen letzten Einsätzen schon deutlich über fünfzig Jahre alt.

Früh zeigte Rolf Scheringer die Bereitschaft, sich im und für den Verein zu engagieren. 1966 wurde er – nicht zuletzt auch wegen seines ausgeprägten Zahlenverständnisses – Schatzmeister. Ein Jahr später übernahm er mit gerade mal 28 Jahren das Amt des Abteilungsleiters Fußball. Diese Aufgabe erfüllte er mit Leidenschaft und Hingabe bemerkenswerte 3 Jahrzehnte bis 1997.

Selbst nach Abgabe des Amtes als Abteilungsleiter war Rolf Scheringer noch fast 20 weitere Jahre als Mitglied im Spielausschuss an der Seite der aktiven Fußballer. Vor drei Jahren schließlich wurde Rolf Scheringer als Dank für 50-jährige Vereinsmitgliedschaft die Ehrenmitgliedschaft beim TSV Neckarau verliehen.

Vorstand und Mitglieder des TSV Neckarau werden Rolf Scheringer als sympathischen und liebenswerten Menschen mit einem feinen Sinn für Humor in Erinnerung behalten, dessen Tatkraft und Leidenschaft im Verein eine kaum zu schließende Lücke hinterlassen wird.

Rolf Scheringer wird dem Verein als echter Tusler und als Mensch sehr fehlen.

Positives Zwischenzeugnis

Mit dem Ziel, in der Kreisklasse A1 eine anständige Rolle zu spielen, war die erste Mannschaft des TSV Neckarau nach dem Abstieg in der Vorsaison in die Spielzeit 2015/16 gestartet. Dabei galt es für Trainer Pasquale Pilato personell einen großen Umbruch zu bewältigen. Einige Spieler hatten den Verein nach dem Abstieg verlassen und zahlreiche Jugendspieler drängten neu ins Team. Daher kommunizierte man beim TSV offensiv, dass eine Platzierung im Mittelfeld bei gleichzeitiger Integration der vielen jungen Spieler eine tolle Leistung wäre.

Dementsprechend überraschend verlief dann auch der erste Spieltag, als man beim großen Aufstiegsfavoriten Olympia Neulußheim einen in dieser Souveränität kaum für möglich gehaltenen 2:0-Auswärtssieg feiern konnte. Die Mannschaft präsentierte sich defensiv stabil und war nach vorne immer in der Lage, für Gefahr zu sorgen. So auch am zweiten Spieltag, an dem mit Seckenheim gleich der nächste hochkarätige Gegner wartete. Das Spiel verlor man nach einer schwachen ersten Hälfte (2:4) allerdings mit 4:5 – die Aufholjagt kam zu spät.

In den folgenden drei Spielen stimmte die Balance zwischen Offensive und Defensive wieder und die junge Mannschaft schoss sich gegen Schwetzingen (6:1), Altlußheim (6:0) und in Brühl (2:0) so richtig in Form. Die Spiele waren jedoch meist enger, als die deutlichen Resultate letztendlich vermuten lassen. Dennoch machte der gute Saisonstart Hoffnung, dass man vielleicht doch etwas weiter oben mitspielen könnte, als zunächst angenommen.

Den ersten größeren Dämpfer setzte es dann am 6. Spieltag. Das Heimspiel gegen die zweite Mannschaft von Rot-Weiß Rheinau verlor der TSV verdient mit 0:3 und bot die wohl schlechteste Saisonleistung.

Die Neckarauer konnten das Negativerlebnis jedoch schnell abschütteln und gewannen die nächsten drei Spiele mit jeweils mindestens drei erzielten Toren (4:1 bei Viktoria Neckarhausen, 5:1 gegen Edingen/Neckarhausen und 3:1 bei der zweiten Mannschaft von Eintracht Planckstadt). Mit dieser Serie setzte sich die Mannschaft des TSV in der Spitzengruppe fest und rangierte zwischenzeitig sogar auf dem ersten Platz. Gerade auswärts präsentierte sich der TSV auch in den kommenden Wochen bärenstark und feierte Siege in Lindenhof und Oftersheim (3:7 und 2:4). Auf dem heimischen Kunstrasenplatz wollte es allerdings nicht mehr so wirklich rund laufen. Kein Sieg aus den letzten fünf Heimspielen sprechen eine deutliche Sprache. Drei Unentschieden gegen die formstarken Mannschaften aus Hochstätt (1:1) und Ketsch (3:3) sowie gegen das Spitzenteam aus Reilingen (2:2) folgte gegen die zweite Vertretung des Neckarauer Konkurrenten VfL Kurpfalz eine 2:5-Schlappe. Einige Ausfälle und der Kräfteverschleiß der vielen engen Spiele machten sich in dieser Phase bemerkbar und gerade im Defensivverhalten ließ die gesamte Mannschaft die  nötige Kompaktheit vermissen. So verlor man beim 3:5 in Altlußheim nach zuvor sieben Siegen auch das erste Auswärtsspiel. Im letzten Spiel vor der Winterpause zeigte die Mannschaft aber nochmal, was in ihr steckt und trotzte dem Tabellenführer aus Neulußheim beim 0:0 ein Unentschieden ab, das gut und gerne auch ein Sieg hätte werden können.

Mit 28 Punkten steht die Mannschaft im Winter auf einem sehr respektablen vierten Platz und ist mit vier Zählern Abstand noch in Schlagdistanz zur Spitze. Mit einer solchen Platzierung hatte vor Saisonbeginn wohl niemand gerechnet. Mit 49 erzielten Treffern stellt der TSV Neckarau zudem die beste Offensive der Liga.